Für den Gelenkersatz wird ein gummiartiges Teil aus Silikon verwendet, welches in den Knochen gesteckt wird und mit seiner präformierten Biegestelle das Gelenk ersetzt:
Keine andere Gelenkprothese hat sich für die Fingergelenke so bewährt, wie dieses jetzt schon über 30 Jahre lang benutzte Modell, welches der schwedische Handchirurg Alfred B. Swanson seit 1962 entwickelt hat.
Die Operation wird in örtlicher Betäubung vorgenommen. Dabei genügt es, den betroffenen Finger isoliert unempfindlich zu machen. Sind mehrere Gelenke zu ersetzen, wird der ganze Arm betäubt.
Der Finger wird an seiner Rückseite eröffnet, das zerstörte Gelenk wird mit einer feinen Säge
herausgetrennt.
Die Knochenröhre muss zur Aufnahme des Prothesenschaftes aufgefräst werden:
Dann wird das künstliche Gelenk in die Knochenenden eingesteckt:
Die Gelenkkapsel, die Strecksehne
und die Haut werden wieder
verschlossen.
Gleich nach der Operation kann die Bewegung des neuen Gelenkes getestet werden:
Die Nachbehandlung beginnt
nach 3 Wochen Ruhigstellung auf
einer Fingerschiene mit aktiven und
passiven Übungen.
Die normale Beweglichkeit eines
gesunden Gelenkes wird dabei
gewöhnlich nicht erreicht. Als zufriedenstellende Funktion wird eine schmerzfreie Beugung von 60º angesehen.
Die Arthrose des
Fingerendgelenkes
wird nicht mit einem Gelenkersatz behandelt, weil die Funktion dieses Gelenkes für das Bewegungsspiel der Gesamthand bei weitem nicht so wichtig, ist wie das Mittelgelenk. Hier ist Schmerzfreiheit und Belastbarkeit mit einer Versteifungsoperation zuverlässig zu erzielen. Dabei kann die Fehlstellung und die Auftreibung des Gelenkes mit korrigiert werden. Die Versteifung erfolgt durch eine längs eingebrachte Schraube, die nicht unbedingt wieder entfernt werden muss.
Schraube zur Endgelenkversteifung und Röntgenbild einer solchen Operation
Die Stellung des Endgelenkes kann bei der Versteifung nach Bedarf eingestellt werden. So braucht man zum kräftigen Zufassen eine stärkere Beugung. Schöner ist eine Einstellung in nahezu voller Streckung.
Verfasser: Prof. Dr. med. R. Stober